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Mikroplastik im Leitungswasser: Was bekannt ist, was Filter leisten

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Mikroplastik wurde inzwischen in Flüssen, im Grundwasser und auch in Trinkwasserproben nachgewiesen. Wie viel davon im deutschen Leitungswasser steckt und ob es der Gesundheit schadet, ist aber weit weniger klar, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. Die Kurzantwort: Die gefundenen Mengen sind gering, ein Gesundheitsrisiko ist nach heutigem Stand nicht belegt – und ein Aktivkohleblockfilter mit 0,35 Mikrometern Feinheit hält die Partikel zurück, die in Trinkwasser üblicherweise gemessen werden.

Kurz gesagt

  • Als Mikroplastik gelten Kunststoffpartikel kleiner als 5 Millimeter; Teilchen unter 1 Mikrometer heißen Nanoplastik. Einen Grenzwert für Trinkwasser gibt es bisher nicht.
  • Die WHO bewertet die vorliegenden Daten so: Bei den gefundenen Konzentrationen gibt es keine belastbaren Hinweise auf ein Gesundheitsrisiko, die Datenlage ist aber lückenhaft. Partikel über 150 Mikrometer passieren den Darm unverändert.
  • Unsere Patrone Core+ filtert laut Produktseite Partikel bis 0,00035 Millimeter (0,35 Mikrometer), die Core M bis 0,00015 Millimeter, eine Umkehrosmose-Membran bis 0,0001 Mikrometer.

Was ist Mikroplastik und wie kommt es ins Wasser?

Mikroplastik sind feste Kunststoffpartikel kleiner als 5 Millimeter – entweder so klein hergestellt (etwa Schleifpartikel in Kosmetik) oder durch Zerfall größerer Kunststoffteile entstanden. Partikel unter einem Mikrometer (0,001 Millimeter) werden als Nanoplastik bezeichnet.

Die größten Quellen sind nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts UMSICHT Reifenabrieb, Abrieb von Straßenbelägen und Fasern aus synthetischer Kleidung. Unsere FAQ nennt dieselben Wege: Autoreifen, Kleidung in der Waschmaschine, Duschgel und Kosmetik. Ein Teil davon landet über Regenwasser und Kläranlagen in Flüssen und Seen. Kläranlagen halten den Großteil im Klärschlamm zurück, die feinsten Partikel aber nicht vollständig. Von dort kann Mikroplastik über Uferfiltrat oder Oberflächenwasser in die Trinkwassergewinnung gelangen.

Wie viel Mikroplastik ist im Leitungswasser?

Das ist die schwierigste Frage, weil die Messmethoden nicht standardisiert sind. Je nach Verfahren – Filtration mit anschließender Mikroskopie, Raman- oder Infrarotspektroskopie – liegt die Nachweisgrenze bei 1, 10 oder 20 Mikrometern. Studien sind deshalb kaum vergleichbar; Partikelzahlen ohne Angabe der Methode sagen wenig aus.

Für Deutschland gibt es zwei oft zitierte Befunde. Mintenig et al. (2019, Science of the Total Environment 648) vom Alfred-Wegener-Institut untersuchten Grund- und Trinkwasser eines norddeutschen Versorgers und fanden 0 bis 7 Partikel pro Kubikmeter, im Mittel 0,7 – also weniger als ein Partikel pro 100 Liter. Erfasst wurden per Infrarotspektroskopie Partikel ab 20 Mikrometern; die gefundenen waren 50 bis 150 Mikrometer groß. Das Umweltbundesamt schätzt die Belastung von Trinkwasser entsprechend als gering ein; die mehrstufige Aufbereitung im Wasserwerk – Flockung, Sandfiltration, teils Aktivkohle – entfernt Partikel dieser Größe weitgehend. Schymanski et al. (2018, Water Research 129) vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Münsterland-Emscher-Lippe fanden in Mineralwasser aus Flaschen dagegen regelmäßig Kunststoffpartikel: im Mittel 118 pro Liter in Mehrweg-PET-Flaschen, 50 in Glasflaschen, 14 in Einweg-PET-Flaschen und 11 in Getränkekartons – gemessen per Raman-Spektroskopie, die auch deutlich kleinere Partikel erfasst.

Leitungswasser schneidet in diesen Vergleichen also eher besser ab als Flaschenwasser, auch wenn die beiden Studien wegen der unterschiedlichen Nachweisgrenzen nicht direkt vergleichbar sind. Offen bleibt, ob Kunststoffrohre und Armaturen in der Hausinstallation Partikel abgeben; belastbare Messungen fehlen.

Ist Mikroplastik im Trinkwasser gesundheitlich bedenklich?

Die WHO hat 2019 den Forschungsstand ausgewertet. Ihr Fazit: Nach den vorliegenden Daten stellen Mikroplastikpartikel in Trinkwasser bei den gemessenen Konzentrationen kein erkennbares Gesundheitsrisiko dar. Partikel größer als 150 Mikrometer werden vom Darm nicht aufgenommen und ausgeschieden; kleinere Partikel werden vermutlich nur in sehr geringem Umfang aufgenommen. Für Nanoplastik ist die Aufnahme möglich, aber kaum erforscht. Die WHO betont gleichzeitig, dass die Datenlage dünn ist und standardisierte Messmethoden fehlen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung und das Umweltbundesamt kommen zu derselben Einschätzung: Ein Gesundheitsrisiko lässt sich nach heutigem Wissen weder belegen noch ausschließen. Offen ist vor allem, ob an den Partikeln angelagerte Stoffe – etwa Weichmacher – im Körper freigesetzt werden. Dafür gibt es Laborbefunde, aber keine Belege bei realistischen Trinkwasser-Konzentrationen.

Gibt es einen Grenzwert?

Nein. Die Trinkwasserverordnung enthält keinen Parameter für Mikroplastik. Die EU-Trinkwasserrichtlinie 2020/2184 hat Mikroplastik auf eine Beobachtungsliste gesetzt. Mit dem Delegierten Beschluss (EU) 2024/1441 vom 11. März 2024 hat die Europäische Kommission dafür eine einheitliche Messmethode festgelegt: erfasst werden Partikel von 20 Mikrometern bis 5 Millimetern in Proben von mindestens 1.000 Litern, angegeben je Kubikmeter. Einen Grenzwert enthält der Beschluss nicht. Erst wenn mit dieser Methode belastbare Daten vorliegen, kann darüber entschieden werden. Bis dahin gilt: Wer Mikroplastik aus seinem Trinkwasser fernhalten will, tut das aus Vorsorge, nicht weil ein Grenzwert verletzt wäre.

Welche Filter halten Mikroplastik zurück?

Mikroplastik ist ein Partikel, kein gelöster Stoff. Entscheidend ist deshalb nicht die Adsorption, sondern die Porenfeinheit des Filters – der Filter wirkt als Sieb.

  • Aktivkohleblockfilter: Unsere Patrone Core+ ist ein gesinterter Kohleblock mit einer Filterfeinheit von 0,00035 Millimetern, also 0,35 Mikrometern (Angabe der Produktseite). Alles, was größer ist, bleibt an der Außenfläche hängen. Das deckt den Größenbereich ab, den die EU-Messmethode (ab 20 Mikrometer) und die genannten Studien erfassen.
  • Aktivkohleblock mit Membran: Die Core M hat eine zusätzliche Feinstmembran mit 0,00015 Millimetern (0,15 Mikrometer) und hält damit rechnerisch auch Partikel zwischen 0,15 und 1 Mikrometer zurück – einen Teil dessen, was als Nanoplastik gilt.
  • Umkehrosmose: Die Membran lässt laut unseren Produktseiten mit 0,0001 Mikrometern fast nur Wassermoleküle passieren. Sie ist die einzige Haushaltstechnik, die auch Nanoplastik sicher zurückhält.
  • Kalkfilter: Die Core K filtert nur bis 0,01 Millimeter (10 Mikrometer) und ist kein Schadstofffilter. Tisch-Kannenfilter mit loser Aktivkohle haben keine definierte Porenfeinheit.

Die Feinheit bezeichnet die Partikelgröße, ab der der Rückhalt greift; die Produktseite der Core+ formuliert deshalb vorsichtig „reduziert Mikroplastik“. Ein Gutachten speziell zu Mikroplastik liegt nicht vor.

Welche Lösung von The Local Water passt?

Geht es dir um Mikroplastik ab 1 Mikrometer – also um das, was in Trinkwasser heute messbar ist – reicht ein Aktivkohleblockfilter mit der Core+: der Auftischfilter One+ (210 €) zum Anschluss an den Wasserhahn oder der Untertischfilter Base (298 €) im Küchenschrank. Beide bringen die erste Patrone mit; danach kostet die Core+ 59 € alle sechs Monate. Nebenbei entfernt die Core+ Chlor, Schwermetalle, Pestizide und Medikamentenrückstände und lässt die Mineralien im Wasser.

Willst du zusätzlich Nanoplastik und gelöste Stoffe wie Nitrat oder Kalk ausschließen, ist eine Umkehrosmose-Anlage die Wahl: TLW 2 (1.350 €, stromlos, 0,5 Liter pro Minute), TLW 4 (1.675 €, mit Wasserreservoir) oder TLW 7 (4.000 €, 2 Liter pro Minute). Alle laufen mit dem Aktivkohle-Vorfilter Core+ OS, der die Membran vor Partikeln und Chlor schützt. Ob Osmose bei deinem Wasser sinnvoll ist, zeigt dir der Trinkwasser-Check.

Häufige Fragen

Gibt ein Wasserfilter aus Kunststoff selbst Mikroplastik ab?

Das Gehäuse des One+ besteht laut Produktseite aus lebensmittelechtem, BPA-freiem Kunststoff, das der Base ist frei von PFAS, Formaldehyd und Bisphenol A. Der Patronenkörper der Core+ ist gesinterte Aktivkohle aus Kokosnussschale. Für ihre Filtergehäuse aus glasfaserverstärktem Kunststoff geben die Produktseiten von TLW 2 und TLW 5 Illumina an, dass sie keine Chemikalien oder Mikroplastik an das Wasser abgeben.

Ist Flaschenwasser die bessere Alternative?

Nach den vorliegenden Untersuchungen nein: In Mineralwasser aus Flaschen wurde eher mehr Mikroplastik gefunden als in Leitungswasser, insbesondere in Mehrweg-PET-Flaschen (Schymanski et al. 2018).

Hilft Abkochen gegen Mikroplastik?

Nein. Kunststoffpartikel verändern sich beim Kochen nicht und bleiben im Wasser. Abkochen wirkt nur gegen Keime.

Ab welcher Partikelgröße nimmt der Körper Mikroplastik auf?

Nach WHO-Einschätzung werden Partikel über 150 Mikrometer nicht aufgenommen. Für den Bereich darunter ist die Aufnahme gering, aber nicht ausgeschlossen; für Nanoplastik fehlen belastbare Daten.

Quellen

  • WHO, „Microplastics in drinking-water“ (2019) – https://www.who.int/publications/i/item/9789241516198
  • Umweltbundesamt, Themenseite „Mikroplastik“ und Einschätzung zu Mikroplastik im Trinkwasser – https://www.umweltbundesamt.de/
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Fragen und Antworten zu Mikroplastik
  • Richtlinie (EU) 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, Art. 13 (Beobachtungsliste)
  • Delegierter Beschluss (EU) 2024/1441 der Kommission vom 11. März 2024: Messmethode für Mikroplastik im Trinkwasser (20 µm bis 5 mm, mindestens 1.000 l, Angabe je m³); kein Grenzwert
  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 2023 – https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/ (kein Parameter für Mikroplastik)
  • Fraunhofer UMSICHT, „Kunststoffe in der Umwelt: Mikro- und Makroplastik“ (2018)
  • Mintenig, S. M. et al. (2019), Science of the Total Environment 648: 0–7 Partikel/m³ (Mittel 0,7/m³) in Grund- und Trinkwasser, Partikel 50–150 µm, FTIR-Nachweis ab 20 µm
  • Schymanski, D. et al. (2018), Water Research 129: Mehrweg-PET 118 ± 88, Einweg-PET 14 ± 14, Getränkekarton 11 ± 8, Glasflaschen 50 ± 52 Partikel/l
  • The Local Water, FAQ „Können TLW-Filter auch Mikroplastik entfernen?“ (Eintragswege) und „Was ist der Unterschied zwischen der Core+, der Core M und der Core K?“ – https://thelocalwater.com/de/faq
  • The Local Water, Produktseiten Core+ (Filterfeinheit 0,00035 mm), Core M, Core K, One+, Base, TLW 2, TLW 4, TLW 5 Illumina, TLW 7 (Membran-Porengröße, Materialien, Preise)
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