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PFAS im Trinkwasser – Ewigkeitschemikalien und welche Filter helfen

Aktualisiert am

PFAS sind Industriechemikalien, die in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden – daher der Name Ewigkeitschemikalien. Sie finden sich inzwischen in Böden, Flüssen, Grundwasser und damit auch im Trinkwasser. Die kurze Antwort auf die Filterfrage: Aktivkohle-Blockfilter halten die meisten langkettigen PFAS zurück, Umkehrosmose-Anlagen auch die kurzkettigen.

Kurz gesagt

  • PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind mehrere tausend künstliche Verbindungen mit extrem stabiler Kohlenstoff-Fluor-Bindung. Sie reichern sich in Umwelt und Körper an.
  • Die Trinkwasserverordnung 2023 begrenzt ab 12. Januar 2026 die Summe von 20 PFAS auf 0,1 µg/l und ab 12. Januar 2028 die Summe der vier PFAS PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS auf 0,02 µg/l.
  • Aktivkohle-Blockfilter wie die Core+ halten die meisten langkettigen PFAS zurück. Umkehrosmose hält als Verfahren auch kurzkettige PFAS zurück; die Anlagen TLW 2, 4, 5 und 7 nennen PFAS laut Produktseite unter den entfernten Stoffen.

Was sind PFAS und wo kommen sie her?

PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Gemeinsam ist allen Verbindungen eine Kette aus Kohlenstoffatomen, an die Fluor gebunden ist. Diese Bindung ist eine der stabilsten in der organischen Chemie – weder Sonnenlicht, Mikroorganismen noch Hitze im Alltag brechen sie auf. Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) gehören mehrere tausend Einzelstoffe zu dieser Gruppe.

Genau wegen dieser Stabilität werden PFAS seit den 1950er-Jahren eingesetzt: in Beschichtungen von Pfannen und Verpackungen, in wasser- und schmutzabweisenden Textilien, in Feuerlöschschäumen, in der Galvanik und der Halbleiterfertigung. Ins Wasser gelangen sie über Industrieabwässer, Löschübungsplätze, Klärschlamm auf Feldern und den Niederschlag. In Deutschland sind unter anderem Flächen in Mittelbaden (Rastatt/Baden-Baden) und rund um Flughäfen und Militärstandorte bekannt.

Man unterscheidet nach Kettenlänge:

  • Langkettige PFAS wie PFOA und PFOS – inzwischen weitgehend verboten, aber in Böden und Grundwasser weiter vorhanden.
  • Kurzkettige PFAS wie PFBA oder PFBS – als Ersatzstoffe eingeführt, sehr mobil im Wasser, schwerer zu filtern.
  • Ultrakurzkettige Verbindungen wie Trifluoracetat (TFA) – entstehen auch als Abbauprodukt von Pestiziden und Kältemitteln.

Wie wirken PFAS auf die Gesundheit?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat 2020 eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 4,4 Nanogramm je Kilogramm Körpergewicht für die Summe von PFOA, PFOS, PFNA und PFHxS festgelegt. Als empfindlichste Wirkung nennt die EFSA eine verringerte Antikörperbildung nach Impfungen bei Kindern. Weitere in Studien beobachtete Zusammenhänge betreffen Cholesterinwerte, Leberwerte, das Geburtsgewicht und bei einzelnen Verbindungen ein erhöhtes Krebsrisiko.

Wichtig für die Einordnung: PFAS nimmst du über Lebensmittel, Trinkwasser, Hausstaub und Produkte auf. Trinkwasser ist dabei einer von mehreren Wegen. Das UBA bewertet die Belastung im deutschen Trinkwasser in der Fläche als niedrig, mit regionalen Ausnahmen. Ob dein Versorger PFAS misst und welche Werte er meldet, siehst du im Trinkwasser-Check nach Eingabe deiner Postleitzahl.

Welche Grenzwerte gelten in Deutschland?

Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 2023 setzt die EU-Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184 um und führt erstmals PFAS-Grenzwerte ein – gestaffelt:

ParameterGrenzwertgilt ab
Summe PFAS-20 (20 definierte Einzelstoffe)0,1 µg/l12. Januar 2026
Summe PFAS-4 (PFOA, PFOS, PFNA, PFHxS)0,02 µg/l12. Januar 2028

0,1 µg/l entspricht 100 Nanogramm je Liter. Der PFAS-4-Wert ist fünfmal strenger und zielt auf die vier Stoffe, für die die EFSA die gesundheitliche Bewertung vorgenommen hat. Bis die Fristen greifen, dürfen Versorger höhere Werte melden, ohne gegen die Verordnung zu verstoßen – deshalb lohnt der Blick in die eigene Analyse schon jetzt.

Für TFA gibt es bislang keinen Grenzwert in der TrinkwV. Das UBA hat dafür einen gesundheitlichen Leitwert von 60 µg/l abgeleitet.

Welche Wasserfilter halten PFAS zurück?

Kochen hilft nicht – PFAS verdampfen nicht und zerfallen nicht beim Erhitzen. Drei Verfahren werden in der Wasseraufbereitung eingesetzt: Aktivkohle, Ionenaustausch und Umkehrosmose. Zwei davon bieten wir an.

Aktivkohle-Blockfilter

Aktivkohle bindet PFAS durch Adsorption an ihrer inneren Oberfläche – ein Gramm hochwertige Aktivkohle hat bis zu 1.000–1.500 m² davon (The Local Water, FAQ). Je länger die Kohlenstoffkette, desto besser haftet die Verbindung. Unsere Core+ hält laut Hersteller-FAQ „die meisten langkettigen PFAS“ zurück. Ein eigenes Gutachten mit Rückhalteraten für PFOA oder PFOS gibt es dazu nicht – die zwölf veröffentlichten Gutachten decken Bakterien, Parasiten, Arzneimittel, Hormone, Pestizide, Chlor, Blei und Kupfer ab, nicht PFAS. Kurzkettige PFAS und TFA haften schlechter an Aktivkohle. Dafür ist die Core+ nicht die Lösung.

Entscheidend ist der regelmäßige Wechsel: Adsorption hat eine Kapazität. Sind die Bindungsplätze belegt, hält der Block nichts mehr zurück. Unsere Patronen sind auf 6 Monate und 10.000 Liter ausgelegt und werden nach DIN 1988 nach 6 Monaten getauscht, unabhängig vom Verbrauch (The Local Water, FAQ).

Umkehrosmose

Die Osmose-Membran hält gelöste Stoffe anhand von Größe und Ladung zurück und ist nicht auf Adsorption angewiesen. Unsere Anlagen TLW 2, TLW 4, TLW 5 und TLW 7 „beseitigen PFAS-Chemikalien“ (Produktseiten). Für kurzkettige PFAS und TFA gilt Umkehrosmose in der Fachliteratur als wirksamstes Verfahren im Haushalt; eigene Messwerte der TLW-Membranen zu diesen Stoffen liegen nicht vor. Vor der Membran sitzt bei uns ein Aktivkohleblock (Core+ OS) als erste Stufe, dahinter ein Nachfilter gegen Rückverkeimung – PFAS werden also zweifach angegangen.

Was nicht hilft

Tisch-Kannenfilter arbeiten mit geschütteter Aktivkohle und Ionenaustauscher. Sie sind für Geschmack und Aussehen gedacht, nicht für Schadstoffe (The Local Water, FAQ). Auch Mineralwasser aus der Flasche ist nicht automatisch PFAS-frei – es unterliegt eigenen Regeln und wird nicht nach der TrinkwV geprüft.

Welche Lösung von The Local Water passt?

Wenn dein Versorger PFAS meldet oder du in einer bekannten Belastungsregion wohnst, zuerst die Analyse lesen: Werden langkettige PFAS wie PFOA und PFOS genannt, oder kurzkettige wie PFBA und PFBS?

Aktivkohle-Blockfilter – für langkettige PFAS und die übrigen Schadstoffe aus Leitung und Hausinstallation:

  • One+ (210 €) – Auftischfilter am Wasserhahn.
  • Base (298 €, erste Patrone enthalten) – Untertischfilter mit separater Armatur.
  • Patrone Core+ (59 €, alle 6 Monate) – passt in alle unsere Aktivkohle-Anlagen. Die Core K ist eine Kalkfilterpatrone und für PFAS nicht geeignet.

Umkehrosmose – für kurzkettige PFAS, TFA und maximale Sicherheit:

  • TLW 2 (1.350 €) – stromlos, 0,5 Liter pro Minute.
  • TLW 4 (1.675 €) – stromlos, mit Tank 4, 6 oder 8 Liter.
  • TLW 5 Illumina (2.400 €) – mit Glaskrug auf der Arbeitsplatte.
  • TLW 7 (4.000 €) – 2 Liter pro Minute, eigene Pumpe.

Die Gutachten zu unseren Filtern findest du unter Gutachten.

Häufige Fragen

Kann ich PFAS schmecken oder riechen?

Nein. PFAS sind geruch- und geschmacklos und nur im Labor nachweisbar. Die einzige Quelle für deine Werte ist die Analyse deines Versorgers oder eine eigene Laboruntersuchung.

Ist Leitungswasser in Deutschland PFAS-belastet?

In der Fläche niedrig, mit regionalen Ausnahmen – vor allem nahe Löschübungsplätzen, Industriestandorten und Flächen mit belastetem Klärschlamm. Der Wert deines Versorgers ist die Grundlage.

Entfernt ein Aktivkohlefilter alle PFAS?

Nein. Aktivkohle hält langkettige PFAS gut zurück, kurzkettige deutlich schlechter. Für die kurzkettigen Verbindungen und TFA braucht es eine Umkehrosmose-Membran.

Wie oft muss der Filter bei PFAS-Belastung gewechselt werden?

Spätestens alle 6 Monate nach DIN 1988. Bei stark belastetem Wasser kann die Kapazität früher erschöpft sein – ein deutlich sinkender Durchfluss ist ein Hinweis (The Local Water, FAQ).

Quellen

  • Trinkwasserverordnung (TrinkwV) 2023, Anlage 2 Teil I – Summe PFAS-20 0,1 µg/l ab 12.01.2026, Summe PFAS-4 0,02 µg/l ab 12.01.2028: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/
  • Richtlinie (EU) 2020/2184 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, Anhang I Teil B – PFAS
  • Umweltbundesamt (UBA), Themenseite PFAS: https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfas
  • Umweltbundesamt (UBA), Gesundheitlicher Leitwert für Trifluoracetat (TFA) im Trinkwasser, 60 µg/l
  • Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), Scientific Opinion on the risk to human health related to the presence of PFAS in food, EFSA Journal 2020;18(9):6223 – TWI 4,4 ng/kg KG/Woche
  • DIN 1988-200 – Technische Regeln für Trinkwasser-Installationen; Wechselintervall von Filtern
  • The Local Water, FAQ: https://thelocalwater.com/de/faq – PFAS, Aktivkohle-Adsorption, Wechselintervall, Kannenfilter
  • The Local Water, Produktseiten Core+, TLW 2, TLW 4, TLW 5, TLW 7 – PFAS in der Liste der gefilterten Stoffe
  • The Local Water, Gutachten: https://thelocalwater.com/de/gutachten
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