Ist Umkehrosmose-Wasser gesund? Was mit den Mineralien passiert
Eine Umkehrosmose-Anlage hält fast alles zurück, was im Wasser gelöst ist – Nitrat, PFAS, Schwermetalle, aber auch Calcium und Magnesium. Deshalb fragen viele, ob so ein Wasser noch gesund ist. Die kurze Antwort: Ja. Mineralstoffe nimmst du überwiegend über die Nahrung auf, Trinkwasser trägt nur einen kleinen Teil bei. Umkehrosmose-Wasser ist kein Mangel-Risiko, sondern einfach sehr reines Wasser.
Kurz gesagt
- Umkehrosmose entfernt den Großteil aller gelösten Stoffe – Nitrat, PFAS und Blei ebenso wie Calcium und Magnesium.
- Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen rund 1.000 mg Calcium und 300–350 mg Magnesium pro Tag – das kommt aus Milchprodukten, Gemüse, Nüssen und Vollkorn, nicht aus dem Wasserhahn.
- Wer seine Mineralien im Wasser behalten will, nimmt einen Aktivkohle-Blockfilter. Wer Nitrat, PFAS oder Kalk zuverlässig loswerden will, nimmt Umkehrosmose – die TLW 7 bringt eine Mineralisierungseinheit mit, bei der TLW 4 ist sie als Option möglich.
Was macht Umkehrosmose mit dem Wasser?
Bei der Umkehrosmose drückt der Leitungsdruck das Wasser durch eine sehr feine Membran. Wassermoleküle passen hindurch, gelöste Stoffe bleiben größtenteils zurück und laufen mit dem Konzentrat in den Abfluss. Das Verfahren unterscheidet nicht zwischen „gut“ und „schlecht“.
Unsere Anlagen TLW 2, TLW 4, TLW 5 und TLW 7 entnehmen laut Produktseite unter anderem Nitrat und Nitrit, PFAS, Fluoride, Phosphate, Sulfate, Schwermetalle wie Blei, Kupfer, Uran und Arsen, Medikamentenrückstände, Hormone, Bakterien und Viren – und „zuverlässig Kalk“. Kalk ist gelöstes Calcium und Magnesium, deshalb enthält das Wasser nach der Membran deutlich weniger Mineralien. Bei Nitrat liegt die Reduktion typischerweise bei etwa 90 Prozent (The Local Water, FAQ).
Ein Aktivkohle-Blockfilter adsorbiert bestimmte Stoffe an seiner inneren Oberfläche und lässt gelöste Mineralien passieren. Darum verändert sich bei der Core+ der TDS-Wert (gelöste Stoffe gesamt) nicht (The Local Water, FAQ).
Woher bekommt dein Körper Calcium und Magnesium?
Die DGE nennt für Erwachsene etwa 1.000 mg Calcium und 300 mg (Frauen) bzw. 350 mg (Männer) Magnesium pro Tag. Ein Rechenbeispiel mit typischen Wasserwerten:
| Wasser | Calcium je Liter (Beispiel) | bei 2 Litern am Tag | Anteil am DGE-Wert |
|---|---|---|---|
| hartes Leitungswasser | 100 mg | 200 mg | rund 20 % |
| weiches Leitungswasser | 20 mg | 40 mg | rund 4 % |
| Umkehrosmose-Wasser | wenige mg | unter 10 mg | unter 1 % |
Die Werte je Liter sind Beispiele – deine zeigt dir der Trinkwasser-Check. Die Größenordnung bleibt: Selbst hartes Wasser deckt nur einen Teil des Bedarfs. Ein Glas Milch (200 ml) liefert rund 240 mg Calcium – mehr als zwei Liter hartes Leitungswasser.
Die WHO fasst in „Nutrients in Drinking Water“ (2005) zusammen, dass Trinkwasser für die meisten Menschen nur einen geringen Teil der Mineralstoffzufuhr ausmacht; bei hartem Wasser kann der Beitrag messbar sein. Mindestwerte für Mineralien setzt die WHO in ihren Guidelines for Drinking-water Quality nicht. Auch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2023) kennt keinen Mindestgehalt an Calcium oder Magnesium.
Ist mineralarmes Wasser schädlich?
Es gibt eine wissenschaftliche Diskussion dazu – vor allem in einem WHO-Kapitel von 2005 über „demineralisiertes Wasser“, das mögliche Zusammenhänge zwischen sehr weichem Wasser und Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschreibt. Die Datenlage ist nicht eindeutig, und die Autoren beziehen sich auf Bevölkerungen, die fast ausschließlich entsalztes Wasser trinken und sich einseitig ernähren.
Wer sich in Deutschland ausgewogen ernährt, deckt seinen Calcium- und Magnesiumbedarf unabhängig davon, ob das Trinkwasser 20 oder 100 mg Calcium je Liter enthält. Einen diagnostizierten Mangel besprichst du ohnehin mit Arzt oder Ärztin – Trinkwasser ist dafür nie das richtige Werkzeug.
Wofür lohnt sich Umkehrosmose dann?
Für Stoffe, die ein Aktivkohle-Blockfilter nicht oder nur teilweise zurückhält:
- Nitrat – bei Aktivkohle schwankt die Reduktion je nach Bindungsform stark, bei Umkehrosmose liegt sie bei rund 90 Prozent (FAQ). Grenzwert der TrinkwV: 50 mg/l.
- Kalk – Aktivkohle lässt ihn durch, Umkehrosmose hält ihn zurück; der Wasserkocher muss laut Produktseite „nie wieder entkalkt werden“.
- Fluoride, Sulfate, Phosphate und sonstige Salze – nur mit Membran.
- PFAS – für die Core+ nennt unsere FAQ „die meisten langkettigen PFAS“; nach Umweltbundesamt bindet Aktivkohle vor allem langkettige PFAS, kurzkettige schlechter. Für die Umkehrosmose-Anlagen steht „Beseitigt PFAS Chemikalien“ auf den Produktseiten – eine Herstellerangabe ohne Prozentwert. Ein Gutachten zu PFAS gibt es für keine Filterstufe.
Wenn dein Wasser diese Stoffe nicht nennenswert enthält, brauchst du keine Umkehrosmose – Kalk allein ist bei uns kein Grund für eine Osmose-Empfehlung.
Was ist mit Nachfilter und Mineralisierung?
Hinter der Membran sitzt ein Nachfilter – Core M OS bei TLW 2, TLW 4 und TLW 7, Core S bei TLW 5. Er schützt die Membran vor Rückverkeimung von der Frischwasserseite (Produktseiten), fügt aber keine Mineralien hinzu.
Die TLW 7 ist laut Produktseite immer mit einer Mineralisierungseinheit ausgestattet: ein Einsatz mit Mineralien aus der Sango-Koralle, der Geschmack und pH-Wert beeinflusst und sich bei Bedarf entnehmen lässt. Welche Mengen er abgibt, gibt der Hersteller nicht an. Bei der TLW 4 ist eine Mineralisierungseinheit laut Produktseite als Option möglich, bei TLW 2 und TLW 5 nicht. Sie ist Geschmackssache, keine Notwendigkeit für die Versorgung.
Welche Lösung von The Local Water passt?
Wenn du Mineralien behalten und Schwermetalle, Pestizide, Medikamentenrückstände, Hormone, Bakterien und Mikroplastik loswerden willst, passt ein Aktivkohle-Blockfilter: der Auftischfilter One+ (210 €) oder der Untertischfilter Base (298 €, erste Patrone enthalten) mit der Patrone Core+ (59 €, Wechsel alle 6 Monate). Ihr Rückhalt von Blei, Kupfer, Pestiziden, Arzneimitteln, Hormonen und Bakterien ist durch Gutachten belegt (siehe Quellen); Mikroplastik hält sie laut FAQ über ihre Filterfeinheit zurück.
Wenn dein Wasser Nitrat, PFAS oder viel Kalk enthält oder du das reinste Wasser willst, passt Umkehrosmose:
- TLW 2 (1.350 €) – stromlos, 0,5 Liter pro Minute bei 4 bar, Reinwasser zu Abwasser 1:2.
- TLW 4 (1.675 €) – stromlos, mit Edelstahltank 4, 6 oder 8 Liter, Mineralisierung als Option möglich.
- TLW 5 Illumina (2.400 €) – mit 1,5-Liter-Glaskrug auf der Arbeitsplatte.
- TLW 7 (4.000 €) – 2 Liter pro Minute, eigene Pumpe, Verhältnis 1:1, Mineralisierungseinheit mit Sango-Koralle enthalten.
Unsicher? Der Trinkwasser-Check zeigt dir die Werte deines Versorgers samt Empfehlung.
Häufige Fragen
Entzieht Osmose-Wasser dem Körper Mineralien?
Nein. Das Wasser enthält weniger Mineralien, es „zieht“ aber keine aus dem Körper. Deine Versorgung hängt von der Ernährung ab.
Darf ich Umkehrosmose-Wasser für Babynahrung nutzen?
Grundsätzlich spricht nichts dagegen – es enthält weniger Nitrat und Schwermetalle als unbehandeltes Leitungswasser. Sprich die Zubereitung trotzdem mit Kinderarzt oder Kinderärztin ab, wie bei jedem Wasser.
Bleiben bei Aktivkohle wirklich alle Mineralien erhalten?
Bei der Core+ ja – gelöste Mineralien passieren den Block, der TDS-Wert bleibt gleich (The Local Water, FAQ). Die Core M mit zusätzlicher Membran hält laut FAQ „höchstwahrscheinlich“ mehr Calcium und Magnesium zurück; einen Prozentwert nennt der Hersteller nicht.
Warum schmeckt Osmose-Wasser anders?
Weil die gelösten Salze fehlen, die dem Wasser seinen Charakter geben. Die TLW 7 hat dafür die Mineralisierungseinheit an Bord, bei der TLW 4 ist sie als Option möglich.
Quellen
- Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 20. Juni 2023, Anlage 2 – Grenzwert Nitrat 50 mg/l; keine Mindestwerte für Calcium und Magnesium: https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2023/
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Calcium, Magnesium: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/
- WHO, Nutrients in Drinking Water, Genf 2005 – Calcium, Magnesium, demineralisiertes Wasser
- WHO, Guidelines for Drinking-water Quality, 4. Auflage – keine Mindestwerte für Mineralien
- Umweltbundesamt (UBA), Themenseiten Trinkwasser und PFAS – Aktivkohle bindet vor allem langkettige PFAS: https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser
- Gutachten zur Core+-Filtertechnik (https://thelocalwater.com/de/gutachten): TU Berlin 2000 (Arzneimittel, Hormone, Pestizide), Hochschule Magdeburg-Stendal 2001 (Pestizide, Chlor), TÜV Umwelt Berlin-Brandenburg 1999/2000 (Kupfer, Blei), Universität Bielefeld 1999/2002 (Bakterien, Parasiten) – keines behandelt PFAS
- The Local Water, FAQ: https://thelocalwater.com/de/faq – Mineralien, TDS-Wert, Nitrat, PFAS, Core+/Core M
- The Local Water, Produktseiten TLW 2, TLW 4, TLW 5, TLW 7 – Filterleistung, Nachfilter, Mineralisierungseinheit (TLW 7: Sango-Koralle)




